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Liebe Leser,

so zum Jahresende soll es ja etwas besinnliches sein und deshalb zitiere ich ein Gedicht von Mascha Kaleko, an das ich mich für den Rest meines Lebens gerne annähern möchte:

ich freu mich, dass am himmel wolken ziehen

und das es regnet, hagelt, friert und schneit.

ich freu mich auch zur grünen jahreszeit,

wenn heckenrosen und holunder blühen.

daß amseln flöten und das immen summen,

daß mücken stechen und daß brummer brummen.

daß rote luftballons ins blaue steigen.

daß spatzen schwatzen. und daß fische schweigen.

ich freu mich, daß der mond am himmel steht

und daß die sonne täglich neu aufgeht.

daß herbst dem sommer folgt und lenz dem winter,

gefällt mir wohl. da steckt ein sinn dahinter,

wenn auch die neunmalklugen ihn nicht sehen.

man kann nicht alles mit dem kopf verstehen!

ich freu mich. das ist des lebens sinn.

ich freu mich vor allem, daß ich bin.

in mir ist alles aufgeräumt und heiter:

die diele blitzt. das feuer ist geschürt.

an solchen tagen erklettert man die leiter,

die von der erde in den himmel führt.

da kann der mensch, wie es ihm vorgeschrieben,

-weil er sich selber liebt-den nächsten lieben.

ich freue mich, daß ich mich an das schöne

und an das wunder niemals ganz gewöhne.

daß alles so erstaunlich bleibt, und neu!

ich freu mich, daß ich…daß ich mich freu.

Allen meinen Lesern erfreuliche Weihnachten!

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